Lernbereich

Support & Resistance verstehen, nicht nur ablesen.

Jede Markierung auf dem Dashboard folgt einer festen, nachvollziehbaren Regel. Hier siehst du, welche das sind – und warum sie im Daytrading funktionieren. Kein Bauchgefühl, keine Erfolgsversprechen.

So rechnet Smart S&R

  • Swing-Punkte: Kerzen, deren Hoch oder Tief von je zwei Kerzen links und rechts nicht übertroffen wird.
  • Zonen: Swing-Punkte innerhalb einer Toleranz von 0,5 × ATR werden zu einer Preisspanne zusammengefasst.
  • Stärke (0–100): Anzahl Reaktionen (45 %), Aktualität (25 %), Reaktionsgrösse in ATR (25 %), Sauberkeit des Abgangs (5 %).
  • Rolle: Zone unter dem Preis = Support, darüber = Resistance. Durchbrochene Zonen werden als gebrochen markiert.
  • Keine Neuzeichnung: Setups entstehen ausschliesslich auf abgeschlossenen Kerzen – nie rückwirkend.

Die Konzepte

Grundlage

Warum ist eine Zone Support oder Resistance?

Ein Chart ist eine Landkarte vergangener Entscheidungen. Jedes Mal, wenn Käufer oder Verkäufer in einer Preisspanne deutlich reagiert haben, bleibt diese Erinnerung im Markt.

Support entsteht, wenn Nachfrage das Angebot übersteigt: Der Preis fällt in die Zone und wird von Käufern nach oben gedrückt. Resistance ist der umgekehrte Fall – hier übernehmen Verkäufer.

SUPPORT-ZONEReaktion + Bestätigung = Long
  • Support = Nachfrage gewinnt
  • Resistance = Angebot gewinnt
  • Zonen sind Bereiche, keine exakten Linien

Qualität

Warum sind manche Zonen stärker als andere?

Nicht jede Zone verdient einen Trade. Vier Dinge entscheiden über die Stärke einer Zone: wie oft sie getestet wurde, wie heftig der Preis danach weglief, wie aktuell sie ist und auf welcher Zeiteinheit sie liegt.

Dreimal gestützt und danach eine schnelle Bewegung weg von der Zone ist deutlich belastbarer als eine einzige schwache Reaktion vor 300 Kerzen.

  • Reaktionen zählen (max. 5)
  • Frische schlägt Alter
  • Reaktionsgrösse in ATR gemessen

Setup Nr. 1

Bounce: der Einstieg an der Zone

Der Klassiker: Der Preis läuft in eine Support-Zone, wird gestoppt und dreht nach oben. Entscheidend ist nicht das Berühren, sondern der Abschluss – eine Kerze muss über dem oberen Rand der Zone schliessen.

Erst dieser Schlusskurs zeigt, dass die Käufer wirklich übernommen haben. Vorher ist der Ausgang offen, und ein Bruch der Zone wäre ein Verlust.

SUPPORT-ZONEReaktion + Bestätigung = Long
  • Einstieg: nach bestätigendem Schlusskurs
  • Stop: unter dem Zonenboden
  • Ziel: vor der nächsten Gegen-Zone

Setup Nr. 2

Breakout: wenn die Zone bricht

Wird eine Resistance mit einem kräftigen Kerzenkörper durchbrochen, wechselt die Kontrolle. Verkäufer, die dort zuvor dominiert haben, sind ausgestoppt – der Weg nach oben ist frei.

Smart S&R verlangt einen klaren Schlusskurs jenseits der Zone und einen Körper von mindestens etwa 55 % der Kerzenspanne. Ein Docht allein gilt nicht.

RESISTANCEKörper durch die Zone, dann weiter
  • Bruch nur mit Körper, nicht mit Docht
  • Alte Resistance wird neue Unterstützung
  • Ausbrüche ohne Retest sind riskanter

Setup Nr. 3

Retest: die zweite Chance

Nach einem Ausbruch kommt der Preis oft zurück an die gebrochene Zone. Halten die Käufer dort erneut, ist das eine der verlässlichsten Bestätigungen im Daytrading.

Der Vorteil: Der Stop-Loss liegt sehr eng hinter der Zone. Das verbessert das Chance-Risiko-Verhältnis deutlich gegenüber einem Einstieg mitten im Ausbruch.

GEBROCHENE ZONE HÄLTRücklauf, Halten, Einstieg
  • Einstieg am gehaltenen Retest
  • Enger Stop hinter der Zone
  • Bruch zurück = Ausbruch gescheitert

Falle

Falscher Ausbruch (Fakeout)

Ein Fakeout ist ein Ausbruch, der sofort zurückgekauft wird: Der Preis schiesst über die Zone, schliesst aber wieder darunter. Häufig sammeln grosse Marktteilnehmer dort Liquidität ein.

Für dich ist das eine Warnung, kein Signal. Wer mitten im Ausbruch kauft, sitzt genau auf der falschen Seite.

RESISTANCEDocht durch, Schluss darunter
  • Docht über der Zone, Schluss darunter = Warnsignal
  • Kein Einstieg in die laufende Ausbruchskerze
  • Gestrichelte Zonen = gebrochen und unsicher

Risiko

Stop-Loss und Take-Profit platzieren

Der Stop-Loss gehört dorthin, wo die Idee widerlegt ist – also hinter die Zone, nicht an einen runden Betrag. Smart S&R nutzt dafür den Zonenrand plus einen Puffer aus der durchschnittlichen Kerzenbewegung (ATR).

Der Take-Profit liegt vor der nächsten Gegen-Zone, nicht dahinter. Dort warten die nächsten Verkäufer bzw. Käufer und stoppen die Bewegung häufig.

SUPPORTZiel (2R)StopEntryStop hinter der Zone, Ziel davor
  • Stop hinter der Zone + ATR-Puffer
  • Ziel vor der nächsten Gegen-Zone
  • R:R unter 1:1.2 = kein Trade

Disziplin

Wann man besser nicht handelt

Der häufigste Anfängerfehler ist nicht ein schlechter Stop, sondern ein Trade ohne Grund. Wenn der Preis zwischen zwei Zonen schwebt, gibt es keine Kante – dort passiert Zufall.

Auch ein Test ohne Bestätigung ist kein Einstieg. Und wenn der 5M-Einstieg direkt gegen eine starke 1H-Zone läuft, ist die Gegenwahrscheinlichkeit hoch.

Keine Zone, keine Kante – abwarten
  • Keine Zone in Reichweite = kein Trade
  • Keine Bestätigung = kein Trade
  • Gegen die höhere Zeiteinheit = Vorsicht

Mehr Kontext

Multi-Timeframe: vom Grossen ins Kleine

Die 1H gibt die Richtung und die grossen Zonen vor. Die 30M zeigt den Trend. Die 5M liefert das konkrete Setup. Die 1M dient nur der Feinjustierung des Einstiegs.

Wenn mehrere Zeiteinheiten dasselbe Signal stützen, steigt die Qualität. Widersprechen sie sich, ist das kein Trade, sondern ein Konflikt.

  • 1H: Struktur & grobe Zonen
  • 30M: Trend
  • 5M: Setup
  • 1M: Trigger

So liest du das Dashboard

1

Wo steht der Preis?

Der aktuelle Kurs steht oben im Chart – inklusive Uhrzeit und Hinweis, ob die Daten verzögert sein können.

2

Wo sind die Zonen?

Grün = Support (darunter), Rot = Widerstand (darüber). Die Stärke steht direkt an der Zone.

3

Wie ist der Trend?

Bullisch, bärisch oder neutral – abgeleitet aus EMA 20/50 und der Marktstruktur im gewählten Zeitfenster.

4

Gibt es ein Setup?

Entweder ein konkretes Setup mit Entry, Stop und Ziel – oder ausdrücklich «Kein klares Setup».

5

Warum dieser Trade?

Jedes Setup begründet sich über Zonenstärke, Kerzenbestätigung, Trend und Chance-Risiko-Verhältnis.

6

Worauf warten?

Die Bedingung steht im Setup: welcher Schlusskurs die Reaktion bestätigt – und was das Setup ungültig macht.

Wichtig: Diese Plattform ist ein Analysewerkzeug, keine Anlageberatung. Alle Setups werden regelbasiert aus historischen Kursdaten berechnet – sie sind keine Garantie für zukünftige Bewegungen. Handle nur mit Geld, dessen Verlust du verkraften kannst.